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30 Dec 2021 21:17:06 UTC
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Weltbank | Lexikon der Finanzwelt mit Ernst Wolff
Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?<br /><br />Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! Lexikon der Finanzwelt erklärt uns heute: „Weltbank“.<br /><br />Mit dem Zweiten Weltkrieg ging eine historische Ära zu Ende: Großbritannien, das die Welt mit seinem Empire mehrere Jahrhunderte lang beherrscht hatte, wurde durch die neue Supermacht USA abgelöst.<br /><br />Zur Festigung ihrer Macht schufen die USA 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods ein neues globales Finanzsystem. Sie erklärten den US-Dollar zur Leitwährung – etwas, dass es vorher noch nie gegeben hatte – und banden alle übrigen Währungen zu festen Wechselkursen an den Dollar.<br /><br />Außerdem wurde auf dieser Konferenz die Gründung mehrerer Organisationen beschlossen, die zugunsten der neuen Finanzordnung weltweit aktiv werden sollten. Dazu gehörten u.a. der Internationale Währungsfonds IWF und die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung IBRD, die später mit vier weiteren Organisationen zur „Weltbankgruppe“ zusammengefasst wurde.<br /><br />Diese Weltbankgruppe oder kurz Weltbank hat ihren Sitz in Washington, gegenüber vom IWF. Ihr gehören fast alle Länder der Welt an, wobei deren Stimmrecht an die Höhe ihrer Kapitalanteile gebunden ist. Tonangebend sind die USA, die seit der Gründung der Organisation so viele Stimmanteile halten, dass Beschlüsse nur mit ihrer Zustimmung gefasst werden können.<br /><br />Zwar wurde das System von Bretton Woods mit der Abkoppelung des Dollars vom Gold 1971 und der Freigabe der Wechselkurse 1973 beendet, aber der IWF und die Weltbank – also die beiden wichtigsten Finanzorganisationen der Welt – blieben weiter bestehen.<br /><br />In ihrer Anfangszeit war die Weltbank vor allem in Europa aktiv und hat den Wiederaufbau finanziert – durch Kredit- und Auftragsvergabe, die vor allem US-amerikanische Banken und Konzerne begünstigten.<br /><br />Danach hat sich die Weltbank den etwas wohlhabenderen unter den Entwicklungsländern zugewandt und Kredite für Infrastrukturprojekte wie den Bau von Straßen, Brücken, Kraftwerken und Staudämmen vergeben. Durch die Zusammenarbeit mit den oft korrupten nationalen Regierungen wurden diese gefestigt und ihre Länder gleichzeitig in immer stärkere Abhängigkeit von der Weltbank und damit von den USA gebracht.<br /><br />In den Siebziger und Achtziger Jahren wandte sich die Weltbank dann auch ärmeren Staaten, vor allem in Afrika, zu. Dabei übernahm sie immer stärker die Philosophie des Neoliberalismus und die Konditionalität des IWF. Das heißt: Sie band ihre Kredite an Bedingungen. Hier einige Beispiele dafür:<br /><br />Die betroffenen Länder wurden gezwungen, ihre Märkte unter dem Schlag<br />...<br /><a href="https://www.youtube.com/watch?v=n5C4VFaz_Xs" target="_blank" rel="nofollow">https://www.youtube.com/watch?v=n5C4VFaz_Xs</a>
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